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Die
Urulóki
Sie
hatten ihr Ziel erreicht.
Ihr
Lager lag am Fuße des Berges, den die Angmarim Ghâsh-bûrz
nannten - Dunkles Feuer in der Sprache der Forodrim
-, weil der Schnee auf dem Gipfel von Ruß dunkel gefärbt
war. Vor einigen Tagen noch war die Stimmung der Truppen noch
sehr schlecht gewesen. Es war den Kriegern nicht bekannt gewesen,
wohin der Feldzug überhaupt ging und was ihre Aufgabe war.
Viele verstanden nicht, wieso sie sich soweit in den Nordwesten
zogen und dabei auch noch Schätze und Vieh mitnahmen, wenn
doch die Reiche der Dúnedain geradezu auf dem
Präsentierteller lagen. Als Ishar um einer Meuterei
vorzubeugen dem Heer mitteilte, dass der erloschene Vulkan
ihr Ziel wäre, schlug die Stimmung um; die Krieger freuten
sich, dass der eintönige Marsch durch die eisige Kälte
ein Ende hatte. Heute in der Abenddämmerung hatten sie den
Fuß des Berges erreicht. Ishar hatte befohlen, die Zelte
auf zu richten und den Soldaten dann Ruhe gegönnt. Lediglich
das Gold und die Rinder ließ er bewachen.
Ishar
hatte Rhaoul zu sich ins Zelt gebeten. Der Dunadan wusste zwar
von ihrem Herrn über den Zweck ihrer Reise Bescheid und auch
Rhaoul hatte ihm noch einiges über die Drachen, die
mächtigsten Kreaturen Mittelerdes erzählt, doch den Ort
wo sie zu finden wären, hatte er bis zuletzt geheim
gehalten. Vor allem interessierte es Ishar, woher der
Magier wissen wollte, dass es ausgerechnet hier Drachen geben
sollte. In den letzten Wochen hatte Rhaoul ständig
Richtungsänderungen angeordnet, sie waren teilweise ein
Stück zurück gegangen um dann wieder in die
falsche Richtung zu gehen, wie sich Rhaoul ausdrückte.
Ishar zweifelte langsam an Rhaouls Fähigkeiten und vor allem
an seinen Motiven.
Seid
Ihr sicher, dass wir hier Eure Feuerschlangen finden?,
fragte Ishar den Priester. Rhaoul schien eine Abneigung gegen
Kälte zu haben, denn er trug einen sehr dicken Mantel über
seiner roten Kutte.
Spottet
nicht, Ra-Gashvir, zischte Rhaoul. Wenn ich sage, wir
sind hier am Ziel, dann sind wir hier auch am Ziel!
Wie
kommt es aber, dass Ihr uns ständig in die Irre führtet,
anstatt diesen Berg sofort anzusteuern?
Rhaoul
gab keine Antwort, aber seine Augen verengten sich und die
starren Pupillen fixierten Ishar.
Wenn
Ihr Euch schon so sicher seit, sagte Ishar und ignorierte
den Blick des Priesters so gut es ihm möglich war, Dann
sagt wenigstens mir, wie viele Drachen befinden sich in
Ghâsh-bûrz und mit welcher Art haben wir es zu tun?
Ich bin schließlich der Anführer dieser Heerschar!
Rhaouls
dünne Lippen verzogen sich zu einem süffisanten
Lächeln. Ishar wurde den Gedanken nicht los, dass der Magier
sich über seinen Anspruch, der Anführer zu sein,
amüsierte. Und Ishar musste sich eingestehen, dass er ohne
Rhaouls Hilfe den Auftrag wohl überhaupt nicht erfüllen
können. Schließlich wusste er überhaupt nichts
von Drachen.
Ihr
wisst, was dieser Berg ist?, fragte der Priester.
Natürlich,
antwortete Ishar. Ein erloschener Vulkan.
Richtig,
entgegnete Rhaoul. Ich sage Euch, dieser Berg ist heißer
als andere erloschene Vulkane. Hier müssen einfach Drachen
leben! Und ich werde mit Ihnen verhandeln. Allein!
Ishar
fiel es schwer ruhig zu bleiben. Was bildete sich dieser Magier
eigentlich ein? Zuerst führte er sie in die Irre, geizte
gegenüber dem Befehlshaber mit Informationen und jetzt
erklärte er selbstgefällig, er würde die
eigentliche Aufgabe selbst übernehmen. Ishar begann sich zu
fragen, wieso er überhaupt für diese Aufgabe erwählt
worden war, hätte ihr Herr nicht Rhaoul allein aussenden
können und ihm, Ishar, eine andere Aufgabe zuteilen können?
Eine, die seinen Fähigkeiten angemessener war.
Nein,
so nicht Rhaoul, sprach Ishar. Ich bin der
Befehlshaber und ich werde Euch zu den Drachen begleiten. Ich
befehle Euch, nicht allein zu den Drachen zu gehen.
Es
wird so geschehen, wie ich es sagte, Ra-Gashvir.,
antwortete Rhaoul. Er drehte sich um und verließ das Zelt.
Ishar blieb allein zurück. Seine Abneigung gegen Rhaoul war
noch größer geworden, obwohl er das nicht für
möglich gehalten hatte. Für den Priester schien er nur
ein einfältiger Krieger zu sein, man stellte ihn vor
vollendete Tatsachen. Doch da sollte er sich diesmal geschnitten
haben. Er würde an der Aufgabe teilhaben.
Ishar
schickte nach Arzedôkh...
Tief in den Höhlen
von Ghâsh-bûrz regte sich Châshya, die Große,
Legende von Tod und Finsternis. Einst war sie der Stern in
Melkors Heer gewesen, der erste weibliche Drache. Vor der
Niederlage gegen den Westen und dem Tod des Schwarzen hatte sie
Angband den Rücken gekehrt. Sie war die Ered Engrin ostwärts
gezogen und hatte sich verborgen im Dunklen Feuer.
Seit Jahrtausenden hatte sie sich nicht mehr geregt, der alte
Glanz war erloschen, wie sie sagte, und Sauron und Balrogs
kümmerten sie nicht. Auch ihre beiden Töchter Ssarrak
und Peshtar, die ihm selben Berg lebten, hielten sich von ihr
fern, sie fürchteten Zorn und Bosheit ihrer Mutter und
störten sie nicht. Nur ihre Opfer bekamen Châshya noch
in all ihrer Abscheulichkeit zu sehen, doch auch sie waren selten
geworden. Menschen und Elben lebten hier nicht und selbst die
Tiere machten um Ghâsh-bûrz einen großen Bogen.
An eine gute Mahlzeit dazu zählte sie Menschen, Elben
und ganz besonders Zwerge - konnte sie sich kaum mehr erinnern.
Ihre einzige Freude war nur noch das Feuer im Berg, das ab und an
noch hervorbrach und an dem man sich wunderbar wärmen
konnte. Doch seit kurzem fühlte Châshya etwas näher
kommen. Es nahte stetig und schien nach ihr zu rufen. Châshya
wartete und lachte, bald würde sie von neuem Schmerz, Qual
und Tod über Mittelerde bringen...
Rhaoul
war unterwegs.
Der
Magier interessierte sich nicht für Ishars Befehl. Er tat
was er für richtig hielt und über sein Tun niemandem
Rechenschaft ablegen. Er verließ das Lager spät in der
Nacht. Es war dunkel und kalt und Rhaoul mochte die Kälte
nicht. Sie schwächte seine Kräfte... Die Rinder
als Drachenfraß vorgesehen konnte er dennoch
einlullen, wenn es ihm auch schwerer als sonst fiel. Vor den
Wachen verbarg er sich ebenfalls und wenn ihn auch einige von
Arzedôkhs Orks bemerkten, so wagten sie es doch nicht, ihn
anzusprechen, denn sie kannten seinen Zorn und fürchteten
ihn. Es war ohnehin anzunehmen, dass Ishar es nicht wagen würde,
ihn aufzuhalten, aber er musste auch nicht von seinem
Verschwinden erfahren. Ein eisiger Wind wehte. Er drang durch den
Pelzmantel wie durch Papier. Und Rhaoul spürte die Kälte
doppelt so stark als gewöhnliche Menschen. Er duckte sich
zusammen und zog den Mantel enger um sich. Er suchte nach seiner
inneren Wärme, doch sie schien fast erloschen; es wurde
Zeit, dass er den Vulkan erreichte.
Seine
feinen Sinne entdeckten eine vom Schnee bedeckte gefrorene
Schleimspur der Drachen. Er folgte ihr und erklomm den Berghang.
Es schien als hätten die Drachen ihr Versteck schon seit
längerer Zeit nicht mehr verlassen, denn ansonsten müsste
der Schnee geschmolzen sein und der Drachengestank in der Luft
liegen. Die Spur machte einen scharfen Knick und führte
einen Seitenhang hinunter. Unten wurde Rhaoul mit einer großen
Höhlenöffnung konfrontiert aus der behagliche Wärme
strömte. An den Seiten der Öffnung haftete getrockneter
Schleim. Ohne Zweifel hausten hier die Drachen. Der Magier begann
sich unbehaglich zu fühlen. Sollte er die Höhle
wirklich betreten? Es gab niemand, der diese Wesen beherrschen
konnte, niemand würde sie in ihrem Zorn aufhalten können.
Selbst der große Zanra nicht und auch nicht der Herr der
Ringgeister in Düsterwald. Unsinn, sprach Rhaoul
zu sich selbst. Du hast einen Auftrag bekommen und du wirst
ihn ausführen.
Er
betrat in herrschaftlicher Pose, um sich selbst Mut zu machen,
die dunkle Höhle. In der Ferne glomm der Abglanz eines
feurigen Lichts und zeichnete gespenstische Schatten an die
Wände. Rhaoul glaubte das Echo eines hämischen
Frauengelächters zu hören, hohl und alt und von
grauenhafter Bosheit. Er zitterte und wollte sich abwenden, die
Höhle verlassen. Der Auftrag war ihm gleich, er wollte nicht
den Tod selbst herausfordern. Doch mit Schrecken bemerkte er, das
er nicht mehr zurückgehen konnte. Das Gelächter zog ihn
unbarmherzig an, lächelnd wie der leibhaftige Tod...
Châshya
wälzte sich vor Lachen. Ein Mensch kam zur ihr. Ein Mensch
wagte sich in ihr Reich. Das war seit Jahrtausenden nicht
geschehen. Es würde ihr Spaß bereiten. Eine Menge
Spaß. Und es war kein gewöhnlicher Mensch, er war
heiß, zwar nicht so heiß wie sie und ihresgleichen,
aber doch verwandt. Solche Menschen waren Legenden unter
den Urulóki. Konnte es denn wirklich wahr sein... Sie
würde jedenfalls mit ihm sprechen und dann würde man
weiter sehen. Sie war auch sehr hungrig.
Arzedôkh
hatte Ishar zugestimmt. Sie würden Rhaoul folgen. Der Magier
konnte sich nicht einfach über die Heerführer
hinwegsetzten. So ließen sie Wächter aufstellen, die
melden sollten, wenn Rhaoul das Lager verließ. So geschah
es und Ishar und Arzedôkh folgten den Spuren des Magiers.
Rhaoul
glaubte in einen feurigen Abgrund zu stürzen. Er hatte den
Höhlengang durchquert und war in eine riesige Halle gelangt
von deren Wänden rot glühende Lava floss und sich in
einem See sammelte. Auf einem großen, aus dem See ragenden
Felsen lag sie. Rhaoul musste zu ihr aufblicken.
Geblendet schloss er die Augen. Als er sie wieder öffnete
sah er einen fleischgewordenen Albtraum. Langgestreckt und
grausam, in rotgoldenem Glanz, behütet vom Blut der Erde
selbst, räkelte sie sich auf totem Stein und ihr
Blick galt Rhaoul. Ein Drachenmaul lachte sein Drachenlachen und
dann erklangen Worte von einer grausamen Stimme:
Ich
bin Châshya, die Große, Erste vom Stamm Glaurungs.
Wer bist du Mensch, dass du es wagst mich zu stören, mich
den Albtraum aller Völker Mittelerdes?
Rhaoul
fehlten die Worte. Aber er stellte fest, dass die Drachen doch so
eitel und theatralisch waren, wie er es sich vorgestellt hatte.
Sprich
Sterblicher oder mein Blick fegt dich hinweg!, zerriss die
Drachenstimme Rhaouls Gedanken. Rhaoul spürte, dass das
keineswegs gelogen war. Das kalte Licht aus den smaragdenen
Drachenaugen brannte grün auf Rhaouls Haut. Den Blick zu
Boden gerichtet, denn er wollte keinesfalls in den Bann der toten
Augen geraten, antwortete der Magier:
Mylady,
hört mich an, ich wurde gesandt um Euch zu erfreuen.
Wie
vermögen Menschen Unsereins zu erfreuen ohne als Speise zu
dienen?, fragte Châshya spöttisch, doch mit
einem interessierten Unterton, wie Rhaoul glaubte.
Mein
Herr, der König von Angmar, sendet Euch Mylady Châshya,
Schönste der Schönen, durch mich seinen Magier Rhaoul
ein Geschenk. Gold und Fleisch, Mylady, warten auf Euch, draußen
vor Eurer Höhle.
Und
wieso sendet mir der König von Angmar, Sklave des Vampirs
Sauron, Geschenke? Doch nicht ohne Hintergedanken! Was will er
von mir? Die Stimme der Drachenfrau klang verärgert.
Rhaoul durfte jetzt nichts Falsches sagen. Er warf sich vor
Châshya zu Boden.
Hiermit
bitte ich Euch, Mylady Châshya, um Hilfe. Unser König
plant einen Raubzug im Osten, in den Eisenbergen, in der
Zwergenstadt Zîrak-Dûsh.
Mmm,
Zwerge, murmelte die Drachenfrau. Doch die Eisenberge
sind viel zu weit, Wir bleiben hier. Eure Geschenke lasst
hereinbringen.
Aber
Mylady, wir brauchen Euch...
Aber
Wir nicht Euch!! Packt Euch und bringt mir meine Geschenke!,
donnerte Châshya. Rhaoul wäre von der Gewalt der
Stimme zu Boden geschleudert worden, kniete er nicht schon.
Er
erhob sich. Einen letzten Versuch würde er noch machen.
Mylady...,
begann er, doch ein grauenhafter Schmerz stoppte ihn. Er fühlte
sich von der Macht des Drachenblicks durchdrungen. Grünes
Licht tanzte über seinen Körper. Unbewusst setzte er
seine Kleidung in Brand und verbrannte sie.
Da
ist etwas in dir, sprach Châshya. Ich spürte
es schon von weitem. Wer bist du, Mensch? Enthülle dich
mir!
Die
letzten Worte hatten befehlend geklungen.
Rhaoul
glaubte zu brennen. Seine Kleidung war von ihm abgefallen und
sein tätowiertes Schuppenmuster glühte rot im grünen
Licht von Châshyas Augen. Er fühlte den Schmerz und
den Drang, aber nicht jetzt, nicht jetzt... Doch die Drachenfrau
war stärker. Er verwandelte sich. Seine Kopf flachte ab, die
Augen wurden starr, quollen aus den Höhlen. Der Mund
verbreiterte sich, die Zähne wurden lang und spitz und aus
seiner Kehle drang Rauch. Eine lange Zunge wand sich aus seinem
Echsenmaul. Sein ganzer Körper beugte sich wurde kleiner,
kriecherischer, reptilischer. Seine Haut war völlig
verschwunden, die Schuppenzeichnungen waren real geworden. Er
glühte in rostrotem Feuer. Hände und Füße
waren zu Klauen geworden und ihm war ein langer zitternder
Schwanz gewachsen.
Zischend
fragte er, dem Blick der Urulóki ausweichend:
Na,
Mylady, seid Ihr nun zufrieden?
Châshya
schien einen Moment zu verharren.
Ihr
seid tatsächlich einer von ihnen..., sagte die
Drachenfrau. Das ändert natürlich alles.
Rhaoul
fühlte wie sich der Blick der Urulóki in sein Hirn
bohrte, sie wollte sich seinen Geist zu unterwerfen.
Unterwirf
dich mir!. Der abscheuliche Klang der Drachenstimme drang
bis in sein Innerstes. Rhaouls zweites Ich versuchte die Oberhand
zu gewinnen. Alles in ihm schrie danach der Stimme nachzugeben,
in die smaragdenen Augen zu blicken. Doch Rhaoul erinnerte sich
an seine erste Verwandlung und an die Worte seines Herrn und
Meisters, der ihn vor seiner zweiten Hälfte gewarnt hatte.
Lass
nie zu, dass sie Gewalt über dich erlangt, oder es ist dein
Untergang., hatte der Hexenkönig zu ihm gesagt.
Und
mit seiner letzten noch verbliebenen Kraft drängte Rhaoul
die Bestie zurück, verbannte sie in sein Innerstes. In
seiner menschlichen Gestalt brach er nackt auf den Felsen
zusammen.
Und
Châshya lachte.
Ishar
und Arzedôkh waren Rhaoul gefolgt. In der Ferne erblickten
sie den Widerschein einer roten Glut. Ork und Mensch hatten kein
gutes Gefühl hier im Reich der Drachen. Doch sie zweifelten
nicht daran, dass die Herren des Vulkans von ihrer Ankunft längst
Kenntnis hatten. Wenn sie es wollten würde ihr ganzes Heer
den Berg nicht mehr lebend verlassen. Vor ihnen verbreiterte sich
die Höhle, hinter einer Wegbiegung schien ihr Ziel zu
liegen. Ein donnerndes Gelächter ließ sie
zusammenfahren. Sie warfen sich zu Boden und robbten sich in den
Schatten an die Biegung heran. Das Lachen war erloschen.
Was
sie sahen ließ ihnen das Blut gefrieren. Am Rand einer
großen Grube, die mit rot glühender Lava gefüllt
war, lag eine nackte Gestalt. Erst nach dem zweiten Blick
erkannte Ishar Rhaoul. Er bewegte sich nicht.
Arzedôkh
lenkte Ishars Blick auf den größeren Schrecken. Auf
einem, sich weit über die Glut erhebenden Felsen bewegte
sich ein Drache. Es musste einer sein. Aus ihrem Blickwinkel
erkannten Ishar und Arzedôkh nur einen lang gezogenen
Schatten. Doch die Stimme beseitigte jeden Zweifel:
Du
bereitest mir Spaß kleiner Mann! Das gefällt mir! Ich
werde dir helfen! Steh auf und geh hinaus zu deinen Verbündeten.
Ich werde dir mit meinen beiden Töchtern folgen.
Töchter?!,
entfuhr es Ishar, lauter als beabsichtigt. Der Schatten wandte
sich ihnen zu. Ishar und Arzedôkh erhoben sich. Wenn sie
schon sterben mussten, dann wenigstens stehend. Vor ihnen erhob
sich ein grässliches Ungeheuer mit fauligen Atem und
funkelnden Schuppen. Im Reflex, denn beide kannten Geschichten
von Drachen, schlugen sie die Augenlider nieder und blickten zu
Boden. In diesem Augenblick regte sich Rhaoul.
Verschont
sie, Mylady. Sie gehören zu mir und werden die Heerführer
Eurer glanzvollen Erhabenheit sein, sagte er. Seine Stimme
klang seltsam rußig. Die Urulóki wandte sich ab und
Ishar und Arzedôkh glaubten ein Komet hätte sie
gestreift.
Geht
jetzt, Menschen, und stellt meine Geduld nicht weiter auf die
Probe!
Die
Drachenfrau erklomm den Felsen wieder und verschwand im Inneren
der Höhle.
Und
vergesst nicht, hörten sie noch einmal die Stimme.
Ich will meine Geschenke!
Ishar
und Arzedôkh halfen Rhaoul aufzustehen und stützten
ihn auf ihrem Weg nach draußen. Arzedôkh gab ihm ein
Stück seines Fellmantels um den Weg zum Lager unbeschadet zu
überstehen.
Worauf
haben wir uns da nur eingelassen, Rhaoul, fragte Ishar den
Magier.
Doch
der gab keine Antwort.
(Thomas)
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