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Film-Satire
Der
Große Strom
Die
Gefährten reisten viele Tage in ihren Booten. Legolas und
Gimli nutzten die Tatsache, dass sie sich ein Boot teilten, für
ihre Zweisamkeit aus. Als der Elb den Zwerg einmal ausgekitzelt
hatte, wäre letzterer beinahe ins Wasser geplumpst. Gimli
war furchtbar aufgeregt und beleidigt gewesen, denn Zwerge
hassten Wasser. Aber als sich Legolas von hinten sanft an ihn
geschmiegt hatte und ihm leise ins Ohr flüsterte, dass er
der erotischste Zwerg sei, der ihm je begegnen ist, war Gimli
wieder versöhnt gewesen.
"Die
Argornath", schrie Aragorn plötzlich, sprang auf und
hüpfte wie ein kleines Kind umher.
"Bist
du bescheuert, Aragorn?", fragte Frodo wütend, der sich
wie Sam an das gefährlich wackelnde Boot festkrallte.
"Oh",
brachte der Krieger nur hervor und setzte sich wieder, so dass
sich das Boot beruhigte. "Es ist nur... wie lange habe ich
mir gewünscht, diese Könige zu sehen?"
Die
Gefährten fuhren an den beiden Kolossalstatuen vorüber,
die beidseitig am Ufer standen.
"Sie
sehen so edel aus", sagte Gimli, und Legolas, in dessen
Armen der Zwerg lag, meinte: "Doch nicht so edel wie du,
mein Zuckerschnäuzchen."
Gimli
lachte dröhnend, während Legolas zurückschreckte
und sich fragte, ob er eben recht gehabt hatte.
"Schau
mal, Boromir, eines der Augen des linken Argornath ist grün",
erkannte Merry.
"Oh
ja", erwiderte Boromir, "diese elenden Schmierfinken
sind überall." "Welche Schmierfinken?"
"Na,
diese arbeitslosen Waldläufer, die den ganzen Tag nichts
anderes zu tun haben, als mit ihren Spraydosen unsere Bauwerke zu
verschandeln."
Aragorn
blickte giftig zum Boot Boromirs hinüber, doch sprach er
nichts.
Wenig
später ordnete Aragorn an, an Land zu gehen, die Boote zu
verstecken und zu Fuß weiterzugehen.
"Ach
ja?", grummelte Gimli. "Einfach mal einen Weg durch
Emyn Muil finden? Ein unwegsames Labyrinth mit
rasiermesserscharfen Felsen? Und danach, oh ja, es wird noch
besser, die stinkenden Sümpfe, so weit das Auge sehen kann."
Legolas
ging in die Hocke und küßte den Zwerg auf die Wange.
"Wenn es nicht sein müßte, würde Aragorn
diesen Weg nicht wählen. Reg dich also nicht auf und
genießen wir noch ein wenig die Zweisamkeit, während
wir rasten."
"Sollten
wir nicht sofort weitergehen?" fragte Boromir.
Aragorn
verneinte. "Die Orks verfolgen uns am Ostufer. Warten wir
also auf die Dunkelheit."
Nach
einer Weile ging Aragorn durch ihr Lager und bemerkte, dass
Boromir und Frodo fehlten. Er verfolgte ein Rascheln, welches
hinter einem kleinen Felsen herkam, und schlich sich an. Mit
einem Satz sprang er hervor und zog sein Schwert, dessen Klinge
sich an Gimlis Hals legte.
"Oh",
flüsterte Aragorn peinlich berührt, als er den nackten
Zwerg und den nackten Legolas vor sich liegen sah.
"Was
ist?", fragte Legolas, dem Gimli die Augen verbunden hatte.
"Na
wunderbar", rief der Zwerg, "ist man hier nirgendwo
ungestört? Jetzt glotz doch nicht so blöd, hast du noch
nie einen nackten Zwerg gesehen?"
"Äh,
doch... äh nein, natürlich nicht", stammelte
Aragorn, steckte sein Schwert wieder in die Scheide und
verschwand. Er teilte den anderen Gefährten mit, dass
Boromir und Frodo nicht im Lager waren.
Boromir
sammelte abseits des Lagers Feuerholz, als er auf den
umherwandernden Frodo traf, der Pfeifenkraut rauchte.
"Niemand
von uns sollte alleine rauchen gehen, am allerwenigsten du. So
viel hängt von dir ab, nachher stirbst du an einer
Überdosis... Frodo? Ich weiß, warum du die Einsamkeit
suchst. Du leidest. Ich sehe es jeden Tag. Das Pfeifenkraut wird
immer weniger, seit Gandalf mit dem großen Vorrat bei
Balrog geblieben ist. Bist du sicher, dass du nicht sinnlos
leidest? Es gibt andere Wege, Frodo. Andere Pfade, die wir nehmen
könnten."
Frodo
betrachtete Boromir argwöhnisch. "Ich weiß, was
du sagen willst, und es scheint weise zu sein, nach Minas Tirith
zu gehen, um mit der Macht des Ringes noch mehr Pfeifenkraut zu
produzieren, als es die Stadt ohnehin schon tut. Aber mein Herz
warnt mich."
"Warnen?
Wovor? Wir alle haben Angst, Frodo, aber welche Hoffnung haben
wir? Siehst du nicht, dass es verrückt ist?"
"Es
gibt keinen anderen Weg!"
"Ich
will doch nur mein Volk beschützen, leih mir den Ring...".
Boromir kam dem Hobbit bedrohlich nahe.
Frodo
ging langsam zurück. "Nein! Ihr habt genug
Pfeifenkraut, Minas Tirith ist das Zentrum, ihr braucht nicht
mehr!"
"Warum
schreckst du vor mir zurück? Ich bin kein Dieb!"
"Du
bist nicht mehr du selbst, du bist süchtig, dein Geist
gehorcht deinem Körper und nicht dein Körper deinem
Geist! Mach eine Entziehungskur!"
Boromir
warf wuchtig das gesammelte Feuerholz zu Boden. "Was glaubst
du, was wir für eine Chance haben? Sie werden dich finden,
den Ring stehlen und Sauron wird der Herr über das ganze
Pfeifenkraut werden. Und du wirst um deinen Tod betteln, bevor
das Ende da ist. Du wirst die Entzugsqualen nicht aushalten. Du
bist ein Dummkopf."
Boromir
ging wieder auf den zurückweichenden Frodo zu. "Er
sollte MIR gehören. Gib mir den Ring. Gib ihn mir!"
"Nein!"
schrie der Hobbit, schubste den Krieger von sich weg und zog den
Ring über seinen Finger.
"Ich
sehe, was du vor hast, Frodo. Du wirst den Ring Sauron bringen
und uns verraten. Es wird dein Tod sein und der Tod von uns
allen. Du seist verflucht und mit dir alle Halblinge!"
Der
unsichtbare Frodo schlug Boromir noch einmal und es gelang ihm
endlich wegzurennen. Boromir stand benommen auf. "Was...?
Frodo? Frodo! Was habe ich getan? Beim Barte meiner Großmutter,
Frodo hat recht. Ich bin nicht mehr ich selbst, ich muss zur
Entziehungskur. Doch vorher muss ich ihn finden und es ihm
mitteilen, damit er nicht in sein Unglück rennt aus Angst
vor mir."
(Heike)
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