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Mondlicht
I
Mondlicht erhellt
die Nacht.
Träume, so unklar und weit wie Nebel, begleiteten
meinen Schlaf.
Welken Elanor trage ich im Haar.
Lórien
bestimmte meinen Traum und Sehnsucht erfüllt wieder mein
Herz.
Einst war es mir, als könne es nie anders sein.
Lórien
umgab mich, Freunde sangen und lachten, Freude war um uns,
wie der
Gesang der Mallorn Bäume.
Niemand wagte es dem goldenen Wald
zu schaden,
keiner brachte die Stimmen zum Schweigen.
Anduin,
ein großer Gefährte erfüllte Nachts die Welt mit
seinem Rauschen.
Raschelnd sangen die Blätter im Wind und die
Sterne lachten dazu.
Einst war es, dass ich über duftende
Wiesen rannte und Elanor in Kränze flocht.
Doch nur noch die
Erinnerung ist jetzt lebendig,
Lórien ist vergangen, so wie
der Elanor der mein Haar bekränzt.
Leise singend suche ich in
den tiefen der Nacht meinen Weg.
Mondlicht II
Mondlicht
erweckt mich aus meinem Schlaf, die Nacht ist schon weit
fortgeschritten.
Zeit ist es aufzubrechen und meinem Weg zu
folgen.
Alleine wandere ich auf den verschlungenen Pfaden des
Schicksals. Anteil habe ich am Leid meines Volkes.
Lórien
ist vergangen, doch Lóriens Glanz in meinem Herzen, sein
verklungenes Lied begleitet meinen Weg.
Ich habe
geträumt.
Geträumt von den vergangenen Tagen, als wir
glücklich unter den Sternen wandelten, die goldenen Mallorn
Blätter uns den Weg bereiteten und Anduin für uns
sang.
Vorbei, vorbei ist diese schöne Zeit, in der unser Lied
erklang, allein bin ich, so lang allein auf meinem Schicksalsweg, wie
sehn' ich mich nach Sang und Lied, des Anduins schöner
Klang.
Doch dunkel ist die Stunde jetzt, im hellen Mondenschein
weit hinter mir ein Schicksalspunkt weit vor mir...?
Leise singend
folge ich meinem Weg und wieder blicke ich zu den Sternen.
"Ich
sang vom Laub,
von goldnem Laub,
da glänzte es wie
Gold.
Ich sang vom Wind,
und er kam und war dem Laube
hold.
Doch Sonne hin und Mond vorbei aufbrandete das Meer;
Vom
Strande Ilmarin ein Baum,
der winkte golden her.
Er wuchs im
dämmerklaren Licht im Lande Eldamar,
Den Mauern nah von
Tirion,
beglänzt und wunderbar
So dicht im Laube stand er
da
wie für die Ewigkeit,
Fern aber in der Fremde klagt das
Elbenvolk sein Leid.
Oh Lórien!
Der Winter naht,
der
lange,
tote Tag,
Die Blätter treiben mit dem Strom,
wohin
er treiben mag,
Oh Lórien!
Ich weile hier zu lang im
Lande schon
und trage welken Elanor in der verblassten Kron.
Doch
sänge ich ein Schiff herbei
und käm es aber her,
wie
trüg's mich übers Meer zurück,
das weite, weite
Meer?"
(Ischara Celebrindúlin)