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Nimrodel,
Silberlauf und Anduin sind die Wächter Lóriens.
Schneller
als jeder Bote tragen sie Nachricht auf ihren Wellen ins
Land.
Klagend oder lachend verkünden sie ihre
Botschaft,
sanft oder aufgebracht fließen sie in ihren
Betten.
Alt sind sie, so alt, das ich mich neben ihnen jung fühle
und voller Leben.
Schön ist es hier am Silberlauf.
Lachend
lausche ich seinen Geschichten.
Viel hat er zu erzählen,
soviel, dass sich in meinem Kopf schon alles dreht.
Er erzählt
mir von dem Schnee in den Bergen,
wie er sich jung seinen Weg
zwischen das Eis bahnt
und wie die Sonne ihn erwärmt, dort so
hoch oben, dem Himmel so nah.
Von Blumen erzählt er,
die
ihre Blüten in der Sonne entfalten und sich singend der Sonne
entgegen strecken
und von den Bäumen Lóriens.
Ich
lausche seinen Worten und sein Wasser umfließt meine Füße.
Er
erzählt von Tieren, die an seinen Ufern trinken
und von
allerlei seltsamen Wesen, die er sah.
Grüße richtet er
mir aus, von anderen Elben die er traf auf seiner Reise.
Er freut
sich auf seine Brüder Anduin und Nimrodel
und ist begierig
darauf die Stelle zu erreichen, an der sie sich vereinen.
Tief
steht die Sonne schon als ich mich von ihm verabschiede
und Grüße
sende ich ihm mit für seine weite Reise,
an Nimrodel und
Anduin und an die schönen Völker.
Unter den Mallorns
wandele ich.
Sonne umspielt die Bäume und das letzte Licht
zaubern Bilder in mein Haar.
Leise raschelt das Laub, unhörbar
für das Ohr der sterblichen,
eine getragene Melodie des
Vergangenen.
Wind streicht sanft über die Blätter, ein
Lied des Waldes,
er singt vom neuen Sommer, der vor uns liegt
und
freut sich auf die warmen Strahlen der Sommersonne
und der warmen
Winde.
Leise stimme ich ins Lied mit ein, bemüht es nicht zu
stören
und schon erscheint der Wald so wach und klar
und
klangvoll, als wär er voller Chöre.
Vom Frühling
singen wir, von Pracht und neuem Leben.
Schon ist das Lied
vorüber, doch traurig bin ich nicht,
denn vor mir dort am
Ufer erscheint mir helles Licht.
Der Baum der Bäume, in
Lórien er wohnt und Celeborn
und Galadriel in seiner Krone
trohnt.
Vielfarbig ist sein Anblick, so wie die Elbenmäntel,
so schön.
Freunde rufen schöne Worte, Begrüßung
überall,
Lampen, hell und leuchtend, der Elbenstimme
Schall.
So war einst Lórien gewesen und groß war
seine Pracht.
Doch war dies einst gewesen, verloren seine
Macht.
Doch voll Freude soll man sich erinnern an unser schönes
Land
und immer soll es schimmern, der Freude helles Band.
(Ischara Celebrindúlin)