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In
des Noldos Gruft
Auf
goldnem Schatz liegt gelber Knochen, in stolzer Rüstung
kalter Recke. Vor vielen Altern er gebrochen, als Orken
brachten ihn zur Strecke. Im morschen Korbe steckt noch
jetzt des Orkenpfeiles giftig Ende. Doch ist er längst
nicht mehr entsetzt, und spürt nichts mehr in seiner
Lende, denn dunkler Rabe trug die Seele nach Mandos übers
Meer. Ich wünscht, dass sie nicht fehle, und diese
Hülle wär nicht leer.
So viel möcht ich
lernen und wissen, von dem, was der Noldo nahm ins
Grab. Mittelerd trauert, will nicht missen, doch von den
Noldor bleibt nur eine Narb. Was könntest du sagen,
Elbenahn? Du kamst von jenseits dieser krummen Welt, folgtest
den Dieben und Feanors Wahn hierher in diese Gruft, die deine
Schätze hält. Ob du Maglors Lied und Mandos
Fluch schweigend mit Tränen gehört hast? Nie werd
ich es in deines Lebens Buch lesen, was deinen Geist hat
befasst.
Nie wird man wissen und sagen, warum du stets
gingst den geraden Weg, warum du kannst nichts wagen, warum
du folgtest zu Olwes Steg. Wie kann man mit Tränen
sähen, die man selbst geweint hat? Stets willst du
gerade gehen, niemals den krummen, eignen Pfad. Als Götter
die Welt dellten, konntest du nicht fahren zu des Westens
Welten, denn grade Wege waren.
Da liegst du,
Noldorsohn, tot und kalt und bleich. Wo ist gerader Wege
Lohn? Du hast weder Haus noch Reich. Doch von einem Lohne
ich weiß, aus Mandos dein Geist sprang, aus dem Stamm
wächst neuer Reis in Valinor am Túnahang. Du
gingst stets den geraden Pfad, doch Feanor einst den krummen
ging, er folgte nicht der Götter Rat, und Mandos ihn
für immer fing.
(Maglor)
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