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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Die Schwierigkeit der Adaption:
Warum „Die Gefährten“ eine gelungene Literaturverfilmung ist


Seit gut einem Monat läuft „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ in den Kinos. Es war nicht zu erwarten, dass er auf einhellige Begeisterung treffen würde. Die „Ersatzreligion“, die in so vielen Berichten im Vorfeld immer wieder beschworen wurde, wenn von der Erwartungshaltung der großen Fangemeinde die Rede war, hat sich in manchen Fällen tatsächlich als solche erwiesen. Die Diskussionen im Forum ließen schon im Vorfeld keinen Zweifel daran, dass Tolkiens opus magnum für einige Leute dogmatischen Charakter hat. Änderungen? Ketzerei!
Freilich, nicht jeder der schon vor dem Kinostart Vorbehalte anmeldete, als bekannt wurde, dass Arwen an Glorfindels Stelle treten oder Boromir blonde Haare statt schwarzen haben werde, tat dies aus der Perspektive eines eifersüchtig über sein Heiligtum wachenden Priesters. Vielen erschloss sich einfach der Grund nicht, sie konnten keinen Sinn darin erkennen. „Es steht nun mal nicht so im Buch“, dachten sie. „Warum hält man sich denn nicht einfach an die Vorlage? Das ist doch wohl das einfachste und logischste.“
Aber genau da liegt das Problem. Ein Roman ist kein Film. Wir alle wissen, dass neun von zehn Romanverfilmungen die Qualität der Vorlage nicht einmal annähernd erreichen, dass „das Buch immer besser ist als der Film“. Warum? Weil die Übertragung eines Romans auf die Leinwand (die Adaption) eine extrem schwierige Sache ist. Ein Roman ist Sprache. Ein Film ist Bild. „Worte und Bilder, Äpfel und Orangen“, wie der amerikanische Drehbuchautor Syd Field es verglichen hat (Syd Field: Filme schreiben: Wie Drehbücher funktionieren, Hamburg 2001, S. 235). Und an der Aufgabe, aus einem Apfel eine Orange zu machen, scheitern die meisten Verfilmungen, so ambitioniert sie auch sein mögen. Sie schwanken zwischen Freiheit und Werktreue; sie versuchen Szenen, die im Roman funktionieren, nicht aber im Film, mit Gewalt beizubehalten; oder sie finden einfach keine Mittel, das was ursprünglich durch Gedanken, Dialoge, Beschreibungen dargestellt wurde, bildlich auszudrücken. Dann kommt eben eine Birne oder eine Pampelmuse heraus, womit letztendlich keiner zufrieden ist, weil man sich für die Fans des Buches schon zu weit von der Vorlage entfernt, aber auch keinen eigenständig funktionierenden Film hinbekommen hat.
Wer sich sklavisch an die Vorlage hält, hat von vornherein verloren. Deshalb versagen auch die meisten Autoren bei der Adaption ihrer eigenen Werke. Ihnen fehlt die nötige Skrupellosigkeit, um Änderungen vorzunehmen, deshalb bleiben Erfolge selten („Gottes Werk und Teufels Beitrag“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“ sind solche positiven Ausnahmen).
Wer nun andererseits den Roman nur als Vorlage betrachtet, als Ideengeber, kann einen guten Film drehen. Aber es ist fraglich, inwieweit man noch von einer Verfilmung sprechen kann. Ridley Scotts „Blade Runner“ hat mit der Romanvorlage „Träumen Roboter von elektrischen Schafen?“ von Philip K. Dick noch vieles gemein. Die Aussage ist jedoch genau entgegengesetzt, und viele Charaktere wurden völlig umgemodelt. Buch und Film sind jeweils für sich brillant, aber sie erzählen nicht mehr dieselbe Geschichte.
Ganz selten sind die Fälle, in denen es gelingt, einen Roman ohne grundlegende Änderungen in gleichbleibender Qualität auf die Leinwand zu bringen. Ted Tally hat das bei seiner Adaption von Thomas Harris' „Das Schweigen der Lämmer“ in eindrucksvoller Weise geschafft. Tally: „Was funktioniert, braucht nicht repariert zu werden. Aber wenn man ein Buch bewusst auseinander nimmt, um daraus ein Drehbuch zu machen, kommt man nicht umhin, neue Szenen zu erfinden, beispielsweise, wenn man zwei oder drei Szenen des Romans zu einer Filmszene zusammenfasst. Das aber heißt, dass man Übergänge erfinden muss, um den Handlungsfluss aufrechtzuerhalten. Und nicht zuletzt muss man neue Dialoge für diese Übergänge schreiben, weil man beim Zusammenfassen so viele Informationen verloren hat, dass es verwirrend wird. Allerdings darf man sich auch nicht zum Sklaven des Buches machen. Man muss es im Kopf haben, ja, aber man sollte sich von ihm nicht unterdrücken lassen. Nach einer Weile bezieht man sich mehr auf die eigene Storyline als auf die Vorlage. Und sobald man den ersten Entwurf fertig hat, bezieht man sich gar nicht mehr auf das Buch, sondern nur noch auf sein Skript. Das Skript beginnt, seine eigene Logik und Bedeutung zu entwickeln.“ (zitiert nach Field: Filme schreiben, S. 245)
Der Mann weiß, wovon er spricht. Er hat seine Arbeit beim „Schweigen der Lämmer“ sehr gut gemacht, aber er hatte es mit einer Vorlage zu tun, die - im Hinblick auf Länge und Komplexität - verglichen mit dem „Herrn der Ringe“ geradezu lächerlich einfach umzusetzen war. „Unverfilmbar“ schien lange das passende Prädikat für Tolkiens Werk zu sein. Die Storyline einer ersten beabsichtigten Zeichentrickverfilmung ließ Tolkien selber damals ebenso erschaudern wie heute noch seine Leser (siehe dazu Humphrey Carpenter, ed.: The Letters of J.R.R. Tolkien, New York 2000 (EA 1981), Letter 210). Ralph Bakshis halbfertige Version stieß trotz größerer Nähe zum Buch ebenfalls auf wenig Gegenliebe bei den zahlreichen Tolkienkennern und überzeugte filmisch vorwiegend durch den Einsatz innovativer Techniken.
Nun endlich hat Peter Jackson mit seinem Team das Mammutprojekt einer Realverfilmung gewagt, von den Fans weltweit zugleich misstrauisch beäugt und enthusiastisch mit Vorschusslorbeeren bedacht. Der erste Teil also läuft nun im Kino. Die Reaktionen sind - welche Überraschung! - zwiespältig. Die einen sind hochzufrieden, nennen den Film „eine einzige große Lieblingsszene“ und erwarten voller Sehnsucht „Die zwei Türme“. Die anderen sind enttäuscht, fühlen sich mit Action statt Tiefgang abgespeist und beurteilen „Die Gefährten“ als eine weitere misslungene Literaturverfilmung.
Wer hat nun recht? Solange es um Gefallen oder Nichtgefallen geht, keiner. Nichts gefällt jedem, und gerade außergewöhnliche Filme (und das ist eine Herr-der-Ringe-Verfilmung in jedem Fall) polarisieren besonders stark. Die Frage der Qualität der Übertragung aber lässt sich (trotz aller Einschränkungen in Geschmacksfragen, die auch hier zu machen sind) diskutieren. Ich werde im Folgenden eine Analyse versuchen, wobei ich nicht jedes Detail mit einbeziehen, sondern mich exemplarisch auf zehn Punkte konzentrieren werde.
Zunächst scheint es mir sinnvoll, einige Begriffe für diesen Text zu definieren, die in den vergangenen Wochen häufiger im Forum auftauchten, ohne dass man sich über die Verwendung immer einig war.
Eine Interpretation ist die Auslegung einer im Roman nicht endgültig geklärten Stelle/Frage in einer Weise, die nicht im Widerspruch zu anderen, eindeutigen Aussagen steht.
Wenn Eingriffe in den Handlungsablauf oder die Figurencharakterisierung vorgenommen werden, ohne dass dadurch wesentliche Aussagen beeinträchtigt werden, liegt eine Änderung vor, es werden also Szenen des Romans abgewandelt, weggelassen oder neue dazuerfunden.
Falls eine Änderung doch einen wesentlichen Sachverhalt in ein falsches Licht rückt, handelt es sich um einen Fehler.
Wohlgemerkt, diese Definitionen gelten für meine Untersuchung des Films als Verfilmung. Im Grunde genommen ist Fehler eine irreführende Bezeichnung, da der Film Anspruch auf Betrachtung als eigenes Werk anmelden und somit echte Fehler nur in sich selbst haben kann (siehe Ausführungen oben). Aber hier soll es ja um die Umsetzung des Buches gehen, deshalb lasse ich Fehler so stehen.
1. Prolog: Jackson hätte natürlich die Möglichkeit gehabt, auf einen Prolog zu verzichten und die Vorgeschichte des Rings wie im Roman später nachzureichen. Doch zahlreiche Argumente sprechen dagegen: Zum einen wird auch dem Roman zumindest ein Kapitel „Vom Ringfund“ vorangestellt, um die Ausgangssituation deutlich zu machen für jene, die „Den Hobbit“ nicht gelesen haben. Zum andern ist die im Roman praktizierte Methode eines Berichts völlig „unfilmisch“ und wäre ein schlimmer Adaptionsfehler. Bliebe noch die Variante eines Rückblicks, die zumindest die Möglichkeit einer bildlichen Darstellung dieser eindrucksvollen Szenen nicht verschenken, sie aber an unpassender und den Handlungsfluss hemmender Stelle (siehe dazu auch (Zeit-)Struktur) einsetzen würde. Der Prolog ist zweifelsfrei die beste Lösung, bringt aber neue Probleme mit sich. Da ist zum einen das der Kürzer - er muss für jeden verständlich, darf aber nicht zu lang sein. Diese Schwierigkeit hat Jackson recht gut in den Griff bekommen. Er konnte zwar nicht alle Figuren der „Ringgeschichte“ zeigen, auch bleibt (allerdings auch im Roman) unklar, warum genau die Ringe geschmiedet wurden; der Prolog erfüllt aber seinen Zweck insgesamt sehr gut, vor allem wurde die Chance genützt, den Film mit kraftvollen Bildern beginnen zu lassen, die den Zuschauer fesseln. Das andere große Problem wurde ebenfalls gut gelöst: die Darstellung Saurons. Ohne ihn wäre der Prolog nicht denkbar. Wie aber soll er aussehen? Tolkien kann sich da im Roman elegant aus der Affäre ziehen, indem er seine Dunklen Herrscher mit vagen, aber die Phantasie anregenden Begriffen umreißt. Der Film muss zwangsläufig deutlicher werden. Unter diesen schwierigen Umständen (ich denke hier werden Grundprobleme der Adaption schon deutlich) ist die Darstellung Saurons als von Kopf bis Fuß gepanzerter Tyrann auf dem Schlachtfeld recht gut gelungen. Dass die Szene seiner Überwältigung im Roman ein wenig anders geschildert wird (allerdings auch nie wirklich genau) kann man getrost vernachlässigen, da die wesentlichen Elemente (geborstenes Schwert, abgeschnittener Finger) klar herausgearbeitet wurden.
2. Auenland: Hier muss man nicht viel sagen. Vielleicht die unscheinbarste, aber insgesamt gelungenste Sequenz des Films. Die frühe Einführung Frodos trägt zur filmisch notwendigen Fokussierung der Handlung auf eine Hauptperson bei.
3. (Zeit)-Struktur: Tolkien hat zu Recht darauf beharrt, dass man am Ablauf der Ereignisse nicht beliebig herum murksen kann (Letter 210: „miles are miles, days are days, and weather is weather“). Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, wenn Jackson meint, der Film benötige vor allem am Anfang der Geschichte ein wesentlich rascheres Tempo als der Roman. Er kann dies auch in akzeptabler Weise verwirklichen, indem er meist auf genaue Zeit- und Streckenangaben verzichtet. Dadurch wird die von Tolkien befürchtete Verächtlichmachung der Geographie Mittelerdes verhindert. Dass Frodo sofort nachdem herausgefunden wurde, was es mit dem Ring auf sich hat, aufbricht, statt noch lange mit Vorbereitungen zuzubringen, hängt in erster Linie (neben einer gewissen Logik) damit zusammen, dass auch Gandalfs Gefangennahme und das Auftauchen der Schwarzen Reiter früher erfolgen als im Roman. Der Grund liegt hier in einer Steigerung der Spannung durch das, was man in der Fachsprache „Dramatische Ironie“ nennt und beispielsweise von Hitchcock meisterhaft für seine Suspense-Thriller eingesetzt wurde. Der Zuschauer erhält Informationen über die Gefahr, die einigen Figuren (Frodo und seinen Freunden) droht lange vor diesen. Das steigert (gerade in sonst wenig dramatischen Szenen) die Spannung ungemein, indem der Mechanismus von Hoffen und Bangen beim Publikum in Gang gesetzt wird.
Überhaupt birgt die Struktur eine ganz erhebliche Schwierigkeit für diesen Film: Der Roman ist ja keine Trilogie, die Unterteilung in drei Bände erfolgte lediglich aus drucktechnischen, nicht aus erzählerischen Gründen (siehe dazu zum Beispiel Letter 139). Bei der Filmversion stellt sich also das Problem, dass der einzelne Band „Die Gefährten“ kein wirkliches Ende im Sinne einer Auflösung hat. Dieses Problem ist letztendlich unlösbar, der Film bleibt ebenso abgeschnitten wie der Romanband, aber immerhin verleiht das Vorziehen von Boromirs Tod (und damit das völlige Zerbrechen der Gemeinschaft) dem Film ein erträgliches Ende.
4. Saruman: Hier lässt sich darüber streiten, ob die Tatsache, dass Sarumans Gewand weiß bleibt, ein Fehler ist. Einerseits könnte man dafür argumentieren, da so ein deutliches Zeichen dafür fehlt, wie weit er sich vom Orden und seinem Auftrag gelöst hat. Andererseits ist die Bedeutung der Farben der Zauberer im Film (aus Zeitgründen) bis dahin gar nicht klar geworden, folglich wäre auch ein Farbwechsel bei Saruman gar nicht so eindrucksvoll bzw. würde von Nichtkennern des Buches vermutlich gar nicht richtig verstanden werden. Diese Bedeutung wird wohl erst bei der Absetzung Sarumans durch Gandalf klarer werden. Man kann es also als Änderung akzeptieren.
Dass Saruman mehr im Dienste Saurons zu handeln scheint als im Roman, ist kein Fehler. Der Punkt, dass der Ring nur einen Herrn hat, wird von Gandalf angesprochen, damit wird klar genug, wo die Sollbruchstellen dieses Bündnisses (wenn man es so nennen will) liegt. Auch hier wird darüber hinaus abwarten müssen, wie sich Sarumans Rolle in „Die zwei Türme“ entwickelt.
Ansonsten bleibt hier zu sagen, dass das Problem des Zaubererduells wiederum überzeugend gelöst wurde, nachdem man hier erneut etwas zeigen musste, das im Roman nur mit einem Satz erzählt aber überhaupt nicht beschrieben wird.
5. Bree: Hier wurde meines Erachtens nachträglich geschnitten (zumindest hatte ich dieses Gefühl im Kino), deshalb geht es hier vermutlich so überraschend schnell. Der starke Eingriff (vor allem auch in die Atmosphäre) hat mich geschmerzt, weil es eine meiner Lieblingsstellen im Roman ist. Andererseits verstehe ich, dass Jackson die zuvor mühsam aufgebaute Atmosphäre der Bedrohung an dieser Stelle nicht durch einen gemütlichen Kneipenabend unterbrechen will. Im Roman geht es hier ja erst richtig los, im Film sind wir schon mittendrin. Zudem gibt es Gandalfs Brief aufgrund der Änderungen zuvor natürlich nicht, Streicher kann seine Ehrlichkeit also nicht beweisen.
6. Wetterspitze: Fehler! Hier stimmt es nun wirklich, hier hat sich Jackson seinen größten Schnitzer erlaubt. Die Ringgeister sollten nicht durch Waffengewalt vertrieben werden, das stellt ihr Wesen in dieser Szene nicht richtig dar und mindert auch ihre Bedrohlichkeit im Auge des Zuschauers. Hier hätte mehr Nähe zum Buch ausnahmsweise tatsächlich nicht geschadet, sondern wäre nötig gewesen. Halten wir ihm aber zugute: Tolkiens Idee, Steicher ohne heile Waffe in die Wildnis zu schicken, war einer seiner größten Fehler, möglicherweise dachte Jackson, das sei der Hauptgrund, warum Aragorn im Roman kein Schwert zieht. Darüber hinaus ist der Moment, in dem Frodo getroffen wird ziemlich eindringlich.
7. Arwen: Im Vorfeld wurde darüber ja schon jede Menge diskutiert. Im Nachhinein können wir wohl sagen, dass diese Änderung dem Film überhaupt nicht schadet, ihm sogar gut tut.
8. Caradhras: Jackson interpretiert den Schneesturm als das Werk Sarumans. Das liegt im Bereich des Möglichen. Der Roman macht hier keine eindeutige Aussage („Caradhras hatte sie besiegt“ ist sicher nicht so gemeint, dass damit unzweifelhaft dem bösen Geist des Berges die Schuld gegeben werden soll). Und es ist nicht auszuschließen, dass Saruman als Oberhaupt des Ordens über die Macht verfügt, einen Sturm auszulösen (den Blitz schleudert er ja keineswegs zielgenau, das wäre noch mal etwas anderes), Gandalf der Weiße verfügt ja auch über ungeahnte Kräfte. In jedem Fall wird damit kein grundlegender Fehler gemacht, es ist vielmehr so, dass im Film diese Interpretation nahe liegt, da sie Sarumans Rolle stärkt und zur Entedeckung der Gemeinschaft durch seine Vogelspäher passt.
9. Lothlórien: Auch hier wurde offensichtlich geschnitten. Der wesentlichste Punkt aber, Galadriels Versuchung, wurde als solcher erkannt und entsprechend ausführlich dargestellt.
10. Charakterisierung: So viele Charaktere und so wenig Zeit! Dafür ist es (nicht zuletzt auch dank einer sehr guten Besetzung) gut gelungen, den Personen Profil zu verleihen, das wurde mir auch von einem Freund, der das Buch nicht kennt, bestätigt. Dass einige Charaktere nicht ganz so dargestellt werden können wie im Roman ist dabei leider unumgänglich. Am kritischsten sind vermutlich die Darstellung Merry und Pippins, die teilweise zu starken Anschein von bloßen „funny sidekicks“ haben - die kritische Schwelle wird aber nicht überschritten, zudem steht ihre große Entwicklung ja noch bevor -, und Aragorns, wo es ein wenig aussieht als sei er freiwillig im Exil. Aber auch bei ihm steht zu erwarten, dass in „Die zwei Türme“ seine Motivation deutlicher wird (vor allem, wenn er dann noch mal mit Arwen zusammentrifft).
Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass der Film kaum echte Fehler enthält und die ihm gestellte sehr, sehr schwere Aufgabe alles in allem exzellent meistert. Die Tiefe des Romans, die Fülle, kann der Film bei seiner Länge nicht erreichen. Aber er kann für uns die Worte in Bilder übersetzen. Das gelingt Jackson fast überall geradezu meisterhaft.
Der Film kann nicht nur ein Bilderbuch für Fans sein. Dass Jackson diese aber nicht vergessen hat, zeigen die kleinen Feinheiten, die dem Nichtkenner des Romans meist gar nicht auffallen, und auf die man bei allen Kürzungen nicht verzichtet hat: Der über den Schnee laufende Legolas, die versteinerten Trolle usw.
Wer als Fan einen 1:1 Umsetzung erwartet hat, verkennt den Sinn einer Verfilmung. Wer sich deswegen jetzt nicht an „Die Gefährten“ erfreuen kann, ist zu bedauern.
(Stefan)


Der „Herr der Ringe“ wurde verfilmt!


Es hätte eine Katastrophe werden können, wenn folgendes passiert wäre:


Filmvisionen1

Filmvisionen2

Der Film von Disney

Filmvisionen3


Witzig ist auch folgendes: Trotz aller begeisterten Stimmen gibt es zu den drei Filmen auch diese bissigen, aber immerhin intelligenten, Kommentare:



Wie treu sind die Gefährten?

Ein Ring, sie zu knechten, sie ewig zu binden...

Tolkien reloaded



Man muss sich allerdings fragen, warum der Kritiker Tolkiens Bücher und Jacksons Verfilmung so genau kennt, wenn er die Geschichte dann doch so grundlegend kritisiert.